Akupunktur

Störherdsuche und Störherdbehandlung

Die Störherdsuche und –behandlung eignet sich für Patienten, die entweder immer wieder trotz Behandlung die gleichen Symptome aufweisen und/oder für die Patienten, die trotz Behandlung keine Verbesserung der Symptome spüren. Man kann also von einer Hartnäckigkeit und einem Wiederkehren des Krankheitsbildes sprechen. Diese therapeutischen Misserfolge sind auf die Störfelder oder Störherde zurückzuführen.

Solche Störfelder können z.B. sein: tote oder eitrige Zähne, chronisch entzündete Kieferhöhlen, akut oder chronisch entzündete Mandeln, sowie alle sonstigen Entzündungen oder auch eine falsche bakterielle Besiedlung des Darms. Außerdem kann jede Narbe zum Störherd werden, wenn sie z.B. den Energiefluss eines Akupunktur-Meridians stört. Auch Zahnfüllungen und Zahnersatzmaterialien sowie verschiedenste Schadstoffe können sich zu einem Störherd entwickeln.

Als Zahnärztin und speziell ausgebildete Akupunktur-Ärztin mit Diplom zur Störherdsuche und -behandlung bei der DAAAM, ist mir die Akupunktur - vor allem die Ohrakupunktur - eine wertvolle Hilfe, um Störherde aufzudecken, zu behandeln und potentiellen Störherden vorzubeugen.

Die Herddiagnose wurde von Prof. Dr. Bahr entwickelt. Durch das gezielte Suchen und Behandeln des oft versteckten Störherdes/-feldes beseitigt man die Reaktionsstarre des Körpers, der dadurch entlastet und vitaler wird.

Bei allen Erfolgen, die jede fachkundig angewandte Therapie aufzuweisen hat, bleiben immer wieder hartnäckige Fälle übrig, die nur schwer oder nicht auf die Behandlung ansprechen. In vielen Fällen liegt hier ein Störherd vor, der den Organismus an der Heilung behindert.

Ein Störherd hat auf den ersten Blick mit dem eigentlichen Krankheitsgeschehen nichts zu tun und wird vom Patienten kaum oder gar nicht bemerkt und ist auch mit „schulmedizinischen“ Verfahren häufig nicht auffindbar. Ein Herd kann jedoch negativ auf den Körper wirken, so dass z.B. eine schon bestehende Krankheit daran „gehindert“ wird, auf die üblichen, sorgfältig ausgewählten Therapien zu reagieren, daher kann der Organismus nicht ausheilen.

Fallbeispiel:

Ein 60jähriger Patient litt seit über 30 Jahren an rechtsseitigen Unterbauchschmerzen. Alle klinischen und laborchemischen Untersuchungen waren unauffällig. Eine auf Störherde spezialisierte Ärztin fand unter vielen anderen Narben eine Narbe am rechten Unterschenkel als Störherd. Über den Magen-Meridian, besteht ein Zusammenhang zwischen der Narbe und den Schmerzen im Unterbauch.

Wie bei einem Bach, der in seinem Fluss unterbrochen ist, wird an der Narbe der Energiefluss dieses Meridians, unterbrochen. Oberhalb der Staustelle entsteht ein Zuviel an Energie, was sich in der Folge im Muskel- oder Darmbereich als Krampfneigung äußern kann. (Ein solcher Krampf kann im bildgebenden Verfahren nicht gesehen werden, insbesondere, wenn er nicht zum Zeitpunkt der Untersuchung auftritt.)

Während einer Schmerzattacke wurde nun die Narbe mit einem Betäubungsmittel lokal unterspritzt, um die Blockade im Meridianverlauf aufzuheben. Nach 30 Sekunden gab der Patient ein Wärmegefühl im rechten Unterbauch an, der Schmerz war verschwunden.

Der Erfolg hielt bis zum heutigen Tage (über 10 Jahre lang!) an. Anstatt der Injektion wäre es ebenso möglich gewesen, eine Akupunkturnadel im störenden Bereich der Narbe zu setzen. Sogar am Ohr gibt es einen Entsprechungspunkt dieser Narbe, mit dem solch ein Herd durch eine Akupunkturnadel ausgeschaltet werden könnte.

Besonders am Ohr lassen sich Störherde, ob chronische Entzündungen oder Narben, sehr gut durch das Einstechen von Akupunkturnadeln erfolgreich behandeln. Gerade die im Organbereich liegenden Narben sind über das Ohr unkompliziert zu akupunktieren. Um den Störherd dauerhaft auszuschalten, sollte diese Therapie mehrfach erfolgen. Wie im Fallbeispiel kann man den beherdeten Bereich einer Narbe lokal am Körper auch mit einem Betäubungsmittel unterspritzen. Liegt der Störherd bei den Zähnen, sollten diese zunächst zahnärztlich versorgt werden.

Wie findet man einen Störherd?

Insbesondere dann, wenn chronische Entzündungen dem Patienten nicht bewusst sind, wenn ein wurzelbehandelter Zahn auch im Röntgenbild unschuldig erscheint oder von vielen Narben jede in Betracht kommen könnte, benötigt man ein aussagekräftiges Testsystem, um unter all diesen Strukturen den Störherd ausfindig zu machen.

Nach dem Prinzip der Ohrakupunktur, das von dem französischen Arzt P. NOGIER entdeckt wurde, lassen sich aktive Störherde gezielt und exakt aufdecken. Wir wissen, dass an diesen Stellen der Hautwiderstand messbar verändert ist. Durch die Untersuchung der Ohrreflexzonen nach BAHR und NOGIER ist es dem qualifizierten Akupunktur-Arzt möglich, genau festzustellen, ob und welche Narbe eventuell zum Störherd geworden ist. Gerade bei Zahnproblemen besteht über die Ohrreflexzonen eine hervorragende Möglichkeit zur Aussage, ob und welcher Zahn genau stört oder nicht. Bemerkenswert dabei ist, dass nicht jeder tote Zahn, auch nicht jedes körperfremde Material eine Störherd-Wirkung haben muss.

Es lässt sich weiterhin herausfinden, ob vielleicht irgendwo im Körper eine akute oder chronische Entzündung vorliegt oder auch eine Giftbelastung, beispielsweise durch Quecksilber in Amalgamplomben oder durch Formaldehyd in einer alten Wurzelfüllung bzw. in neuen Möbeln etc.

Das exakte Auffinden und die anschließende Therapie der individuellen Störherde kann sehr wahrscheinlich bei chronischen, bisher therapieresistenten Patienten zu einem langfristigen Therapieerfolg und damit zur Heilung führen.

Dr. medic-stom./IM Temeschburg Mihaela Grau   |   Zahnärztin, Akupunktur- und TCM-Ärztin   |   Mannheim, Käfertal, Rhein-Neckar-Kreis